Mittwoch, 21 Januar, 2026

VHF-UHF Dualband Antenne für den Balkon

Wer in einem urbanen Wohnungsgebiet wohnt, kennt das Problem. Die Antenne sollte so klein und unsichtbar wie möglich sein und trotzdem gut funktionieren. Wohnt man in einem mehrstöckigen Gebäude eignen sich Antennen mit Magnetfuss nur bedingt, da Balkone kaum grosse magnetische Flächen haben und die Geländer meist aus rundem, kaum magnetischem Chromstahl bestehen.

Eine kurze Recherche im Internet bringt diverse Antennenvarianten hervor. Ich habe mir eine Variante von DK7ZB abgekupfert und mit einem 3D-Druck Gehäuse nachgebaut.

Das Prinzip ist ganz einfach. Es wird ein normaler 2m Dipol konstruiert dem in nächster Nähe ein passives Element für das 70 cm Band hinzugefügt wird. Das funktioniert, weil das 70 cm Band ein Drittel der Wellenlänge vom 2m hat und ebenfalls resonant sein kann.

Mit dieser Antenne gelingt eine Verbindung zur 92km entfernten Relaisstation DB0XR ohne Probleme. Die Station selbst wird mit S7 empfangen.

Als echter Dipol kann diese Antenne auch in horizontaler Polarisation problemlos betrieben werden.

Aufbau

Die Antenne ist so konstruiert, dass beide Strahler für das 2 m Band zum Transport abgeschraubt werden können.

Strahlerelemente

Die Strahler bestehen aus 10mm eloxiertem Alumminiumrohr welches im Baumarkt zu finden ist. Zwei Stück à 1m reichen für eine Antenne. Ein Rohr wird genau mittig geteilt. Jeweils ein Ende wird an der Drehbank gerade gedreht und die erstem 20mm auf 8.5mm aufgebohrt. Das entfernt gleichzeitig die innere Eloxalschicht die bekanntlich nicht leitet. Dazu fertigt man zwei 15mm lange Metallzylinder mit 8.8 - 8.7mm Aussendurchmesser und einem durchgehenden M3 Gewinde im Zentrum. Die Zylinder werden dann in das aufgebohrte Rohrende bündig eingepresst. Zur Sicherheit kann man auf den letzten 5mm der Aufbohrung etwas Klebstoff auftragen. Das Rohrende wird dann nochmals überdreht und die Kante gebrochen. Damit das Abstimmen nachher gut klappt, sollten beide Rohre gleich lang sein. Ein weiteres 310mm langes Rohr wird für das 70cm Element benötigt.

Gehäuse

Zentrales Element im Gehäuse sind die beiden Gewindeblöcke die auf jeder Seite ein bis zwei M3 Gewinde enthalten. Damit lassen sie sich einfach im Gehäuse befestigen und halten gleichzeitig die M3 Schrauben für das befestigen der Stahlerelemente in Position. Dank 3D-Druck lässt sich das Gehäuse sehr präzise fertigen und es sind keine Nacharbeiten nötig. Ebenfalls direkt im Gehäuse ist eine Mantelwellensperre realisiert. Dazu wird von der BNC-Buchse aus ein RG-174 Koaxialkabel mehrmals um das runde Zentrum gewickelt. An der Stelle wo das Koaxialkabel dann aufgetrennt wird kommt eine Markierung. Zum einfacheren Auftrennen wickelt man das Kabel wieder ab und schneidet das Kabel 2-3cm hinter der Markierung ab. Nach dem vorsichtigen Entfernen des Mantels wird mit einer Nadel der Schirm geteilt und verdrillt.

Zum Verbinden des Koaxialkabel mit den Gewindeblöcke verwende ich ringförmige Kabelschuhe aus dem KFZ-Bereich. Die Kunststoffisolation wurde vorgängig entfernt.

Die Gewindeblöcke werden ebenfalls mit M3 Schrauben befestigt. Das Gehäuse besitzt dazu zwei Löcher mit 2.7mm Durchmesser. Beim Einschrauben werden die Platten platt im Gehäuse eingesetzt und die M3 Schraube presst beim Eindrehen im Plastik gleichzeitig ein M3 Gewinde ein. Die lange M3 Schraube für die Stahlerelemente muss zwingend eingeklebt werden. Dazu reicht ein hochfester Schraubenlack oder etwas Sofortkleber aus.

Der Deckel (hier nicht dargestellt, aber in der CAD-Datei vorhanden) wird mit Schrauben befestigt. Eine dünne Schicht Silikondichtmasse dazwischen ergibt ein wasserdichtes Gehäuse.

CAD

Abstimmen

Das Abstimmen erfolgt für jedes Band getrennt. Dazu werden zuerst nur die beiden Strahlerelemente für das 2m Band eingesetzt. Zur Ermittlung der Frequenz mit den tiefsten SWR verwende ich einen Antennenanalysator der Firma RigExpert. Da die beiden Stahlerelemente noch etwas zu lang sind, wird die Resonanzfrequenz rund 10-15 MHz tiefer ausfallen als gewünscht. Das hat auch damit zu tun, dass die Länge der Zuleitung nach der Auftrennungsstelle des Koaxialkabels bereits zum Strahler gehört.

Man kann jetzt die beiden Strahler solange kürzen bis das tiefste SWR an der gewünschten Stelle zu liegen kommt. Einfacher und sicherer ist es mit dem Antennensimulationsprogramm EZNEC. Dazu wird die Antenne im Simulator nachgebildet und mit passenden Strahlerlängen für die gewünschten Frequenzen konfiguriert. Dies sind die theoretischen Längen bei einer idealen Antenne. Messen wir jetzt an der noch nicht abgestimmten Antenne das beste SWR wird es zum Beispiel bei 126 MHz liegen. Bevor wir die Enden kürzen, verlängern wir im Simulator die Strahlerlängen soweit bis sich die gleiche Frequenz für das beste SWR einstellt. Jetzt hat man die Differenz um welche beide Strahler zu lang sind. Das funktioniert erstaunlich genau. Sicherheitshalber macht man einen Zwischenschritt und lässt erstmal noch 3-5mm stehen. Für den 70cm Strahler gilt das gleiche. Hier gilt es jedoch auf den halben Millimeter genau zu arbeiten. Da dieses Element nicht geteilt ist, muss man nur ein Ende bearbeiten. Es wird anschliessend mittig eingebaut und mit einer M3 Madenschraube festgeklemmt.

Montage

Die Antenne wird mit einem 12mm Glasfaserrohr vom Befestigungspunkt abgesetzt. Ein passendes Rohrendstück, dass mit einer Flügelschraube am Gehäuse festgemacht wird, hält das ganze fest. Das Glasfaserrohr ist ca. 60cm lang. Eine passende Klemme für ein Balkongeländer oder Abflussrohr ist schnell gemacht. Die hier gezeigte Variante hat ein quadratisches eingesetztes Rohrendstück. Es wird in der Klemme mit einem Querstift gegen Herausfallen gesichert. So kann die Antenne ohne Werkzeug entfernt werden. Die Klemme selbst kann am Geländer verbleiben.

Source

siehe Codeberg Repository

Links

EZNEC Antennen-Simulator
Vormast-Dipol von DK7ZB
RigExpert Antennenanalyzer
Gewindeblock M3

Software

FreeCAD Open Source

Universelles Maststativ für Alu und GFK-Maste

Wer einen Metall- oder GFK-Masten Indoor aufstellen möchte, braucht ein Stativ. Leider ist auf dem freien Markt kaum brauchbares zu finden. Zu unterschiedlich sind Durchmesser und Rohrlängen. Was liegt näher als selbermachen?

Das Hauptrohr des hier verwendeten Mastes hat eine Länge von ca. 1.6m und einen Aussendurchmesser von 51mm. Der Einfachheit halber kommen Aluprofile aus dem Baumarkt zur Anwendung. Beim Durchstreifen der Regale sind mir Vierkant-Alurohre aufgefallen die 25×25mm breit sind und einen Meter Länge haben. Dazu kommen drei Flachprofile 16×2mm für die Streben, ebenfalls 1m lang. Ebenso Schrauben und Muttern. Sie sind auf Github aufgeführt.

Die Grundidee ist ganz simpel. Zwei Scheiben werden am Mast festgeklemmt. An der oberen Scheibe sind die Stativbeine befestigt. An der unteren Scheibe die Streben. An einer geometrisch praktikablen Stelle werde Beine und Streben miteinander verbunden. Idealerweise stehen die Streben waagrecht, wenn die Beine ihre maximale Ausbreitung erreichen. Der Mast selbst kann dann entweder fest auf dem Boden stehen oder etwas davon enfernt, um das Gewicht auf das Stativ zu übertragen. Die beste Position wird erreicht, wenn die untere Scheibe fast am Ende des Mastfusses festgeklemmt wird. Die obere Scheibe wird dann entsprechen den Bedürfnissen positioniert. In zusammen geklappten Zustand (obere Scheibe maximal nach oben verschieben) liegen die Beine dicht am Hauptrohr und stehen nicht ab.

In der ersten Version wurden die Querlöcher direkt in die Alubeine gebohrt. In der aktuellen Version kommen 3D gedruckte Teile zum Einsatz. Es benötigt lediglich zwei mittig gebohrte 2.5mm Löcher in den Beinen um die Endstücke festzuschrauben. Das hat den Vorteil, dass die Endstücke dem Einsatzzweck angepasst werden können und leicht zu ersetzen sind.

In der aktuellen Version werden 4-kant Muttern verwendet. Diese sind technisch einfacher in 3D zu verwenden und benötigen ausserdem weniger Platz. Auch ist das Montieren so viel einfacher.

Um verschiedene Mastdurchmesser verwenden zu können erfolgt die Klemmung über drei Schrauben. Diese werden in der oberen Scheibe zusammen mit einen Knauf eingesetzt um ohne Werkzeug hantieren zu können. Darin wird eine Sicherungsmutter eingesetzt. Ansonsten reicht auch eine normale Mutter mit Sicherungslack.

Die Beine erhalten je eine Bohrung von 2.5mm mittig auf einer Rohrseite jeweils 1cm vom Ende entfernt. Die 1m langen Profile für die Streben werden genau mittig geteilt und deren Endkanten gebrochen. Um für alle Streben die gleichen Lochabstände zu erhalten werden alle sechs Streben übereinander gelegt, mit Zwingen zusammengehalten und gebohrt. Der Abstand der beiden Löcher beträgt 480mm. Dieses Mass ist unkritisch. Wichtig ist, dass alle Streben den gleichen Lochabstand haben. Sonst wird der Mast nicht rechtwinklig zum Boden stehen.

Dateien

3D Druckdaten auf Dreibein Mast

Bilder

50 Hz Netzfrequenz Monitor

In den letzten Jahren sind in den Medien vermehrt Berichte veröffentlicht worden, wo es um die Netzfrequenz geht. Sie ist ein wichtiger Parameter in unserer elektrischen Versorgung mit Wechselstrom. Damit Energie in das Netz eingespiesen werden kann, müssen alle Stromerzeuger die gleiche Frequenz und die gleiche Phase einhalten. Steigt der Stromverbrauch an, sinkt durch die Belastung der Generatoren dessen Frequenz ab. Bei geringerer Belastung steigt diese an. Da die Energie im Stromnetz nicht gespeichert werden kann, muss exakt die Energie eingespiesen werden, die gerade gebraucht wird.

Durch Messen dieser Frequenz lassen sich Rückschlüsse auf Versorgungengpässe oder Überproduktionen ziehen. In diesem einachen Projekt geht es um eine kleine Elektronik die die Frequenz misst und per WLAN an einen Webserver übermittelt. Der Webserver kann dann die Kurve grafisch darstellen.

50 Hz Graph

50hzgraph.png

Funktionsweise:

Schemata

schemata.png

Printplatte

pcb.png

fertiges Board

platine.png

Gehaeuse Vorne

gehaeuse_front.png

Gehaeuse Hinten

gehaeuse_back.png

Ein Steckernetzteil liefert 9V Wechselspannung. Diese wird über einen Brückengleichrichter in positive Halbwellen mit 100 Hz umgewandelt. Mit einem Spannungsteiler werden die Spannung auf ein Viertel reduziert und einem Komparatur zugeführt. Über eine Diode gelangt die Spannung auf einen Tiefpass der daraus Gleichspannung erzeugt. Daraus werden vom Regler 5V erzeugt und das LCD und der ESP8266 versorgt. Der ESP8266 wiederum generiert daraus 3.3V die für den Komparator verwendet wird. Der Komparator hat eine Hysterese damit es nicht zu Schwingungen kommt.

Software:

Der Komparatorausgang wird an einen Interrupt fähigen Eingang angeschlossen. Der ESP8266 besitzt mit Timer1 einen Zähler mit genügender Anzahl bits, um ohne Overflow den ganzen Messzyklus zu erfassen. Aus Anzahl gezählten Timertakte wird die Periode des Signals ermittelt und daraus die Frequenz abgeleitet.

Diese Frequenz wird dann alle paar Sekunden an den Webserver übermittelt.

Source

siehe Codeberg Repository

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